Gründung

Die Gründung der "Sociedad de Estudiantes de Medicina", Ende des Jahres 1895, verzögerte jeden Versuch, dem deutschsprachigen Studentenkreis ein organisches Gefüge zu verleihen. Die Sociedad, die sämtliche Medizinstudenten zusammenführen sollte, war eine Missgeburt, denn nach einigen Monaten des Dahinsiechens ging sie wieder ein. Die deutschen Freunde kamen jedoch weiterhin mit Eifer in ungezwungener Form zusammen. Von einer organisierten Verbindung wollten die meisten aber nichts wissen. Es blieb daher dem Medizinstudenten Christoph Martin nichts anderes übrig, als seinen Vorschlag in diesem Sinne für später aufzuheben.

Insgeheim hatte die Idee aber doch einige Anhänger gefunden und es ging so mancher mit der Hoffnung in die Sommerferien, den Gedanken im neuen Hochschuljahr wieder aufzugreifen. Der ebenfalls Medizin studierende Wilhelm Münnich nahm wohl die Idee seines Freundes Martin am ernstesten. Mit einer weitreichenden Begabung und einer hervorragenden Intelligenz begnadet, befasste sich dieser neunzehnjährige Student auch schon lange mit dem Gedanken, mit seinen Kameraden eine geschlossene Gemeinschaft zu bilden. Ihm war daher die Idee seines Studentenfreundes sehr willkommen. In seinem gepflegten Elternhaus in Recreo bei Valparaíso, hoch oben auf den Felsen am Meer, fand er Muße genug, dem Gedanken konkretere Formen zu geben. Seinen Neigungen folgend, sprach ihn am meisten ein Diskussionsverein an. Hier wollte er mit seinen Freunden Philosophie und Literatur, Geschichte und Politik betreiben. Er wollte den ernsten Gesprächen, die er schon seit zwei Jahren führte, und die durch seine Anregung immer neue Wendungen fanden, einen akademischeren Charakter verleihen. Während Münnich so an seinen Gedanken arbeitete, waren noch zwei andere Studenten mit ähnlichen Projekten beschäftigt: Christoph Martin, von dem der Gedanke ja ausgegangen war, und dessen Freund, der Pharmaziestudent Jens Petersen. Die Freundschaft die beide verband, bestand schon seit den ersten Studienmonaten im Jahre 1894. Jens Petersen war ein ruhiger und fleißiger Student, von mittelgroßer Gestalt und feinen Gesichtszügen. Unter seinen Kameraden war er durch große Ordnungsliebe und einen betont sittlichen Lebenswandel bekannt. Er war sozusagen das ruhige Wasser, in dem das erhitzte Gemüt manches Freundes Zuflucht fand. Die Äußerung, die er daher auf Martins Vorschlag tat, einen durch Sittenstrenge ausgezeichneten spartanischen Bund zu bilden, stand so in vollem Einklang mit seinen Lebensauffassungen. Als die Ferien beide voneinander trennte, gaben sie sich gegenseitig das Versprechen, im März eine konkrete Ausarbeitung des Vorschlages mitzubringen.

Die Sommermonate vergehen auf dem Lande in unseren südlichen Provinzen mit einem anderen Rhythmus, als der in der Hauptstadt gewohnte. Man passt sich schnell und willig an das ruhigere und bedächtigere Leben an. Die Einsamkeit und Weite des Landes wirken anregend und wecken all die schlummernden Gedanken, mit denen man sich sonst nur wenig abgibt.

Für einen regsamen Jüngling, der, wie Christoph Martin, immer darauf bedacht war, Geistiges zu verarbeiten, war dies die beste Umgebung um mit seinen Projekten ins Reine zu kommen. Er überprüfte nochmals seinen Vorschlag, einen Studentenbund zu gründen, und suchte nach den Fehlern, die das Scheitern der medizinischen Vereinigung verursacht hatten. Von großem Wert für sein Vorhaben war zweifellos der Rat seines Vaters, Prof. Dr. Carl Martin. Durch die Revolution von den Pflichten des Stadtarztes und Leiters des Hospitals in Puerto Montt enthoben, verfügte der schon alternde, ehemalige Privatdozent an der Universität Jena, über genügend Zeit, um seinen Sohn für die Tradition der Jenaer Burschenschaft zu begeistern.

Der Vater konnte Christoph Martin über alle Einzelheiten und besonders über die Organisation einer deutschen Burschenschaft Auskunft geben, so dass der Plan bis in die Kleinigkeiten des täglichen Lebens durchdacht und besprochen werden konnte. Es war dem zukünftigen Verbandsgründer bei seiner Tätigkeit des Vorbereitens und Reifens vollkommen klar, dass es nicht darum ging, schon Bestehendes nachzuahmen. Er empfand aber andererseits auch, dass man eine Reihe junger Menschen nicht nur mit Begeisterung auf eine gemeinsame Bahn bringen kann, sondern, dass vor allen Dingen, handfeste und konkrete Maßnahmen dazu gehören. Um sich all die dafür nötigen Kenntnisse anzueignen fand er sicherlich kein besseres Vorbild als die deutschen Burschenschaften. Diesem Umstand, stets ein klares Bild von den Aufgaben und Zielen einer Studentenverbindung in unserem Land vor Augen zu haben, ist es auch zuzuschreiben, dass Dr. Martin zeitlebens der Verbindung mit Rat und Tat beistehen konnte, und somit der eigentliche Patriarch der Burschenschaften in Chile geworden ist.

Als die Sommerferien zu Ende waren und die Freunde sich im März 1896 wieder in Santiago einfanden, war man sich sehr bald darüber einig, dass die reiflich überlegten Gedanken zur Ausführung gebracht werden müssten. Es genügten einige Aussprachen in der "Sucursal de la Botica del Indio", um zu beschließen, dass ein jeder der begeisterten Anhänger des Projektes, also Christoph Martin, Wilhelm Münnich und Jens Petersen, einen schriftlichen Vorschlag ihres Planes unterbreiten sollten. Das Gemeinsame dieser drei Vorschläge sollte dann entscheidend für den zu gründenden Bund sein. Der Wortlaut dieser schriftlichen Entwürfe war nun nicht anders als die Gedanken der Verfasser: Münnich wollte einen philosophisch-wissenschaftlichen Diskussionsklub haben; Petersen schlug die Gründung eines streng spartanisch, streng sittlichen Bundes vor und Martin trat für die Gründung einer Studentenverbindung nach deutschem Muster ein, mit dem Motto Deutschtum, enge Freundschaft und Becherklang. Der Vorschlag Martins hatte den Vorzug, in allgemeinen Zügen die Umrisse der zu gründenden Verbindung wiederzugeben, so dass die andersartigen Gedanken leicht in ihn eingegliedert werden konnten. Diesem glücklichen Umstand ist es sicherlich zuzuschreiben, dass die Burschenschaft von Anfang an ein organisches Gebilde darstellte, dessen Wachstum nicht durch Geburtsfehler behindert werden konnte.

Nachdem man sich über Sinn und Art des zu gründenden Vereins einig war, wurde die Frage des Namens und der Abzeichen erörtert. Es wurde hierbei versucht, der deutschen und der chilenischen Heimat gerecht zu werden, und dieses verursachte einige Kopfschmerzen. Sollte man mit dem Namen das Deutschtum bekunden und mit dem Abzeichen des chilenischen Landes gedenken, oder sollte es anders sein? Man entschied sich schließlich für den Namen "Araucania" an Stelle von "Germania". Bei der Wahl der Abzeichen ist sicherlich die Meinung von Christoph Martin ausschlaggebend gewesen; man wählte die Farben der Jenaer Burschenschaft "Arminia" und bekannte sich somit gleichzeitig zum Gedanken eines allgemeinen Deutschtums. Schneller wurde man mit dem Wahlspruch fertig: "Ehre, Zucht, Einigkeit" ergab sich einfach aus den Teilen des ausgedachten Programms. . Der Zirkel entstand aus den Anfangsbuchstaben des Wahlspruches

doch bald enstand der jetzige Zirkel.


Die vorzügliche Vorarbeit der drei Freunde, Christoph Martin, Wilhelm Münnich und Jens Petersen, hatte nun zur Folge, dass die Begeisterung im Kreise der deutschstämmigen Universitätsstudenten mit jedem Tage wuchs und allgemein zur Gründung des Verbandes gedrängt wurde. Diese fand auch sehr bald in feierlicher Form am 31. März 1896 in der Studentenwohnung von W. Münnich in der Straße Independencia 236-A Ecke O'Higgins statt. Die Urkunde, mit der die Burschenschaft Araucania formell ins Leben gerufen wurde, unterzeichneten in alphabetischer Reihenfolge die Studenten Fryderup, Hollstein, Kuschel, Martin, Münnich und Petersen. Der erste Vorstand wurde noch am selben Abend folgendermaßen gebildet:

Oberbursche: Christoph Martin
Schriftwart: Wilhelm Münnich
Kassenwart: Jens Petersen

Dieser bedeutsame Herbsttag im Leben der Burschenschaft Araucania endete mit hellem Becherklang und fröhlichen Trinksprüchen, die sich die frischgebackenen Bundesbrüder gegenseitig zuriefen.

Mit derselben Begeisterung, mit der die Gründung vorbereitet worden war, ging die Arbeit an den Satzungen der Verbindung weiter. Als allgemeiner Leitfaden galten die Vorschriften, die auch für die Deutsche Burschenschaft maßgebend waren. Man war sich jedoch von Anfang an bewusst, dass dieses deutsche Vorbild an das chilenische Umfeld und die speziellen Umstände die sich daraus ergaben, angepasst werden musste. Außerdem strebte man danach, von vornherein die augenscheinlichen Mängel und Fehler des deutschen Vorbildes, in Chile zu verhindern. Demgemäß handelte man bei der Ausarbeitung endgültiger Bestimmungen. Knapp eine Woche nach der Gründung, am 6. April 1896, wurden die ersten Satzungen in einer Burschenversammlung angenommen.

Der zweitbedeutendste Tag dieses schon sehr bedeutungsvollen Semesteranfangs des Jahres 1896 war zweifellos der 12. April. Am Vormittag besuchten die Bundesbrüder wie üblich ihre Vorlesungen. Mit dem Nachmittag brachen aber für sie die erlebnisreichen Stunden an. Da die Vorbereitungen für das Kommende schon lange getroffen waren, begab sich ein jeder so schnell wie möglich zur engen Studentenstube von Wilhelm Münnich.

Die kleine Gesellschaft besprach wohl gerade gespannt und erwartungsvoll, was kommen sollte, als auf einmal die ruhige und eindringliche Stimme von Christoph Martin Silentium gebot und vernehmlich bekanntgab, dass somit die erste Hauptversammlung begann. Nach einigen einleitenden Worten hielt der Oberbursche eine Ansprache, in der er die Grundgedanken und Ziele der Verbindung mit der Geschichte und dem Wesen des Studententums in absoluten Einklang brachte und bei jedem der Zuhörer ein klares Bild und einen tiefen Eindruck hinterlassen haben muss. Anschließend einige Absätze dieser Rede:

"Stellen wir nun einen Vergleich an, zwischen dem deutschen und dem hiesigen Studentenleben. Welche Vorteile hat das deutsche Studentenleben vor uns voraus, welche die Zweckmäßigkeit eines Vereins beweisen, der diesem Unterschied abhelfen soll? Hier geht in der Regel jeder Student nur seinem Fachstudium nach und kümmert sich sonst wenig um die Wissenschaft, während sich doch die beste, wenn nicht fast die einzige Gelegenheit gerade während der Studentenzeit bietet, sich, wenn auch nur erst in zweiter Linie, mit den anderen Teilen der Wissenschaft etwas näher bekannt zu machen. Die deutschen Studentenverbindungen bringen nun den jungen wissbegierigen Mann in Kreise von Altersgenossen, die alle den gleichen Bildungsgrad haben. Ein ungezwungener freundschaftlicher Verkehr untereinander ist da selbstverständlich. Jeder lernt vom Anderen, wie es gerade die Unterhaltung mit sich bringt. Es kann ein ganz anderer Ton herrschen, als im Verkehr mit Leuten anderer Bildung und grundverschiedener Interessen.

Welcher ist aber hier der Verkehr der jungen Studenten? Seine früheren Schulfreunde sind bald vergessen. Er hat auf der einen Seite seine Kollegen, Studiengenossen, die täglich dasselbe lernen und die gleichen Kenntnisse haben. Von ihnen kann er wenig Neues lernen, was ihm fürs Leben von Nutzen sein kann. Im Gegenteil wird auf diese Weise eine beklagenswerte Einseitigkeit großgezogen. Auf der anderen Seite kommt er durch gesellige Vereine, in denen er seine freie Zeit möglichst angenehm zu verbringen sucht, mit Leuten zusammen, die von ganz anderen Interessen beseelt sind, und die in der Regel einen viel geringeren Bildungsgrad besitzen. Es ist klar, dass er auch aus diesem Verkehr sehr wenig Vorteil ziehen kann. Beide Kreise aber, sowohl der alltägliche der Fachkollegen, als auch der letztere, wirken außerdem insofern nachteilig, als sie nur die materielle Seite des Lebens vor Augen stellen. Ein Streben nach höheren Idealen kann schwerlich auf diesem Boden gedeihen. Die Vereinigung von Studenten aller Fakultäten ist daher ein großer Vorteil, den unsere Kollegen in Deutschland vor uns haben.

Deshalb haben wir Juristen, Mediziner, Pharmazeuten, Mathematiker und Zahnarzneischüler eingeladen, sich an der Burschenschaft Araucania zu beteiligen. Nicht zu unterschätzen ist endlich der gewaltige wechselseitige Einfluss, den der Verkehr von Menschen ausübt, die alle in dem schönsten, strebsamsten Alter des Lebens stehen!"


Weiterhin sagte er unter anderem.:

„Das Erzählen vom äußerlichen Prunk, den die deutschen Studenten entfalten: ihre schmucken Abzeichen, ihr auffallendes flottes Treiben, ihre lustigen, lauten Feste, das verführende Rapierfechten, trägt wohl auch sehr dazu bei, den Unterschied uns hier fühlbarer zu machen. Obgleich dies eigentlich Nebensachen sind, so sollen doch in der Araucania Abzeichen getragen werden. Wir haben die Farben der Burschenschaft Arminia gewählt. Das Rapierfechten, fröhliche Zusammenkünfte und Vergnügungen sollen, soweit es hier im Lande tunlich ist, auch diesen Unterschied abschwächen.

Freilich ist an dem deutschen Studentenleben auch viel zu tadeln. so z.B. das von alters her übliche übermäßige Trinken. Wir haben es ja nicht nötig, diese schwachen Seiten zu kopieren. Gerade weil wir unsere Burschenschaft nach unserem Gutachten gegründet haben, schulden wir keiner Tradition Rücksichten."


Er endete mit den Worten:

„Wenn die Burschenschaft Araucania wirklich erreicht, ein Heim zu werden für den jungen Studenten, ein Ort der fröhlichen Zusammenkunft, zum gemütlichen Meinungsaustausch und gemeinsamen körperlichen Übungen, eine Zufluchtstätte idealer Bestrebungen, so ist das erreicht, was seit Jahren mein stiller aber heißester Wunsch ist.“

Im Anschluss an die Rede erklärten sich die Anwesenden (Commentz, Fryderup, Hollstein, Kuschel, Martin, Münnich, Petersen, Rose, Trautmann und Oettinger) zum Beitritt in die Verbindung bereit. Es folgte daraufhin ein fröhliches Anstimmen von Studentenliedern, das sich bis spät in die Nacht hineinzog. Das Gründungsjahr verlief wie ein wahrer Begeisterungsrausch, der alle Mitglieder durch und durch beherrschte und jeden Neueingetretenen sofort erfasste. Kein Hindernis konnte daher stark genug sein, um die Entwicklung der Verbindung zu hemmen, da es jedes Mal durch Beschluss und Tat der Mitglieder in kürzester Frist beseitigt wurde. Sobald die innere Ordnung einigermaßen geregelt war, kam die Frage nach einem geeigneten Haus auf. Es wurden daher kurzerhand in der Calle Estado 46, in einem dunklen und baufälligen Haus bei einem Klavierhändler einige Zimmer angemietet. Der Umzug fand am 20. Mai statt und zeichnete sich dadurch aus, dass nicht einmal ein Wagen dazu nötig war. Die wenigen Habseligkeiten der Burschenschaft wurden von den Bundesbrüdern höchstpersönlich ins neue Heim getragen.

Der Vorteil dieser neuen Wohnung bestand hauptsächlich darin, dass die zwei Zimmer und die Küche die Mitbenutzung eines großen Hinterhofes ermöglichten, auf dem die boxfreudige Gesellschaft von damals ihren nötigen Platz fand. Das Boxen hatte immer mehr Anhänger unter den Verbandsbrüdern gefunden, und das "bis in den Morgen hinein boxen" wurde zur Gewohnheit. Dieses geschah sehr zum Leidwesen der Mitbewohner des Hauses, so dass bald die Hauptversammlungen von den Sportversammlungen getrennt werden mussten. Hieraus ergab sich, dass man wöchentlich zwei Pflichtversammlungen abhielt: die Hauptversammlung mit freiwilliger Kneipe an einem Tage, und die sportliche Versammlung an einem anderen. Eine offizielle Kneipe gab es damals nur einmal im Monat. Diese Einteilung behielt man, trotz öfterer Änderungsversuche, bis zum Jahre 1902 bei, und sie ist wahrscheinlich dem Einfluss des Gründers Petersen zuzuschreiben. Die wöchentliche Hauptversammlung bildete zweifellos schon im ersten Jahr den eigentlichen Mittelpunkt, um den sich das Verbindungsleben schloss. Ihr Zweck war einem jeden klar: man versuchte deutsche Sitte und Sprache zu pflegen und zu fördern. Dieses Bestreben ermöglichte eine wirksame gegenseitige Erziehung und Belehrung. Es ist bezeichnenswert, welche Wichtigkeit diesen beiden Aspekten des Wirkens der Verbindung von Anfang an zugeschrieben wurde. Die Pflege des Deutschtums und die auf dieser Grundlage aufgebaute gegenseitige Erziehungsarbeit, sind der eigentliche Leitfaden gewesen, an dem sich die Verbindung emporgearbeitet hat und der ihr den innerlichen Halt gab.

Das erste Lebensjahr der Verbindung zeichnete sich außer den schon erwähnten Begebenheiten, noch durch eine, man könnte sagen, fröhliche, sorgenlose Laune aus. All der Übermut und die gesellige Stimmung, die einst die "Sucursal de la Botica del Indio" und die Kneipe bei "Fischer" belebt hatten, waren in die Burschenschaft übergesiedelt und brachten nun das alte knorrige Haus in der Calle Estado in Unruhe. Das Skatspielen hatte sich sehr bald bei allen Bundesbrüdern durchgesetzt. Zusammen mit launischen Witzeinfällen, erfüllte es öfters die Freizeit. Als sehr gefeierte Unterhaltungsart innerhalb der Kneipe, erwiesen sich die heiteren und derb zusammengefügten Verse, die Hermann Vogel verfasste. Zur letzten Hauptversammlung, am 3. Oktober 1896, brachte dann dieser begabte Student seine Glanzleistung hervor: Am Eingang des Saales in dem die Versammlung abgehalten werden sollte, setzte er sich mit einem Stapel Heftchen hin, welche er unter dem Namen "Weda Pet O'Kiñ" verkaufte. Die Bedeutung dieser Überschrift erfuhr jeder erst nachdem er das Blatt gelesen hatte. Es heißt wörtlich aus dem mapuche übersetzt "mal tábano" oder "böse Wespe". Der Stich, den dieses Blatt versetzte, soll recht heftig gewesen sein. Es wurde aber trotzdem mit heiterem Jubel gefeiert. So war die Tradition der Bierzeitung geboren.

Mit dieser übermütigen Kneipe beendete man auch die Aktivität im Jahre 1896. Es war der Abschluss eines erfolgreichen Jahres, das den ersten Mitgliedern der Verbindung unvergesslich bleiben sollte.

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